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Impressum
Natur und Kunstlandschaften in der Fotographie:
Fotoarbeiten von Marta Hoepffner und Irm Schoffers


Kurzbiographie und Fotos von Irm Schoffers

Kurzbiographie und Fotos von Marta Hoepffner (1912-2000)

Links

Diese virtuelle Ausstellung basiert auf einer Arbeit der
Projektgruppe Fotografie am Bodensee
von Dorothea Cremer-Schacht und Franzis von Stechow, Einführung von Dorothea Cremer-Schacht
 
Irm Schoffers

Die Fotografin Irm Schoffers ist am 15. Juni 1997 siebzig Jahre alt geworden.

Irm Schoffers Arbeit ist eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem fotografischen Experiment, ihr eigentliches Versuchsfeld ist die Dunkelkammer. Ausgangspunkt ihrer unablässigen Suche nach neuen Ausdrucksformen sind vorhandene, realitätsnahe Fotografien mit durchaus profanen Motiven, die sie weiterentwickelt oder umgestaltet. Die diffizile grafische Verfremdung demonstriert die in der Materialität des Mediums liegenden Ausdrucksweisen (Überblendung, Solarisation, Umkopierung, Relieftechnik) auf vielfältige Art. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln, wie Spiegelungen, schafft sie gegenstandslos wirkende, räumliche Strukturen, die traditionelle Sehgewohnheiten irritieren. Vor allem mit ihren auf direktem Wege, d.h. ohne Einsatz der Kamera belichteten Alltagsgegenständen, erzeugt sie visuelle Innovationen. An die Grenzen der Fotografie stoßen ihre polarisierten kristallinen Farbfotogramme, deren Oberflächenformationen an mikroskopische Vergrößerungen erinnern.

Die gebürtige Frankfurterin kommt über ihre medizinisch-technische Ausbildung bereits in den späten 40er Jahren mit der Dunkelkammerarbeit in Kontakt, die sie sofort fasziniert. Doch erst 10 Jahre später entschließt sie sich Fotografin zu werden, holt dann aber in Riesenschritten alles nach. Sie lernt die experimentell orientierte Marta Hoepffner kennen, von der sie stark beeinflußt wird und erwirbt in kurzer Zeit wichtige experimentelle Kenntnisse. Irm Schoffers absolviert die zweijährige Ausbildung an der bekannten Foto-Privatschule der Marta Hoepffner in Hofheim, deren schulisches Konzept die Verbindung künstlerischer und handwerklicher Fähigkeiten propagierte. Anschließend verbleibt sie an der Schule bis zur Schließung 1975. Als Lehrkraft und Teilhaberin ergänzt sie den Unterricht um neue fotografische Techniken sowie die Schmalfilmgestaltung mit Licht- und Tonexperimenten.

Irm Schoffers lebt seit 1971 in Kressbronn am Bodensee. Die dortige Kulturgemeinde widmete ihr in der Galerie Lände die Ausstellung "Natur- und Kunstlandschaften in der Fotografie" mit einer Auswahl von Irm Schoffers' frühen Landschaften, zusammen mit Werken von Marta Hoepffner, die vom 5. Juli bis 16. August 1997 zu besichtigen war.
Fotos von Irm Schoffers
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Foto

Kreiskombination Fischer, 1966. Kreissegmentmontage


Foto

Mainsilhouette, 1950/59. Dia-Solarisation


Foto

Pueblo antiguo, 1960. Kontrastfoto


Foto

Canale grande, 1960. Solarisation


Foto

"Spiegelspiel", 1967. Gespiegelte Montage, solarisiert




 

Marta Hoepffner (1912 - 2000)

Marta Hoepffner - zum 85. Geburtstag : Frühe Landschaften

Marta Hoepffner "Die Fotografie als Darstellungskunst ist nicht eine einfache Naturkopie". Mit diesen Worten von Moholy-Nagy, dem Pionier der experimentellen Fotografie, läßt sich das künstlerische Anliegen der 1912 geborenen Marta Hoepffner in treffender Weise beschreiben. Marta Hoepffner, die große Dame der experimentellen Fotografie, hat mit ihren Arbeiten einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der bildschöpferischen Fotografie geleistet. Bekanntheit erlangt sie vor allem durch ihre während der nationalsozialistischen Diktatur entstandenen Solarisationen, Relieffotografien und Negativbilder, durch ihre nach dem Krieg geschaffenen kameralosen Fotografien und abstrakten Arbeiten sowie durch ihre seit Mitte der 60er Jahre konzipierten, die Grenzen der Fotografie überschreitenden, variochromatischen Lichtobjekte.

Die Konstanzer Galerie für Fotografie präsentiert Marta Hoepffner derzeit jedoch in einem anderen Licht. Anläßlich ihres 85. Geburtstages stellt die Galerie eine Auswahl von Landschaftsaufnahmen vor und zeigt damit einen bisher wenig bekannten Schaffensbereich der Fotografin.

Marta Hoepffner bewegt sich bei diesen Arbeiten zwischen der getreuen Wiedergabe von Natur und der Schaffung von artifiziellen Wirklichkeiten. Die erste der insgesamt vier Gruppen umfaßt stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen. Die Bilder aus den 30er Jahren zeigen Meer, Watt und Berge. Die realitätsnahen Fotografien lassen erst durch den strengen Bildaufbau, die grafischen Komponenten und den manipulativen Einsatz des Lichtes auf die Herkunft von Marta Hoepffner schließen.

Die zweite Gruppe, verfremdete Landschaften von Schluchten, Häusern, Gärten, Bäumen und Bergen, ensteht ebenfalls auf Reisen (1950- 1960, Tessin, Italien und Südfrankreich). Hier ist die grafische Komponente auffälliger und formale Prinzipien dominieren das Bild. Die Bildinhalte sind der Form untergeordnet und die gegebene Wirklichkeit dient nur als Ausgangsmaterial. Die eigentliche Arbeit besteht in der Verfremdung der Originalaufnahmen mittels verschiedener Techniken und findet in der Dunkelkammer statt, denn Marta Hoepffner versucht, die vielfältigen Möglichkeiten auzuschöpfen, die in der Materialität der Fotografie liegen.

Zur dritten Gruppe zählen die abstrakten Formen der Natur aus den 30er und 40er Jahren. Mit einem sicheren Blick für Harmonie fotografiert Marta Hoepffner Sand, Holz, Bäume und auch Gewebe. Der extreme Bildausschnitt läßt nicht mehr erkennen, welcher Stoff fotografiert wurde, denn die besondere Nähe zum Objekt löst dessen Gegenständlichkeit auf.

Die Fotografien der vierten Gruppe sind keine echten Landschaften, weisen aber Ähnlichkeit mit Landschaften auf, die Marta Hoepffner in der Dunkelkammer erzeugt hat. Es sind Interferenzfotos in polarisiertem Licht, die mit Hilfe eines Polfilters übereinandergelagerte Lichtwellen sichtbar machen. Diese Technik ist eine Vorstufe zu ihren später gebauten variochromatischen Lichtobjekten. Als Marta Hoepffner in den 60er Jahren an diesen Bildern arbeitet, hat sie bereits endgültig mit der abbildenden Fotografie gebrochen und interessiert sich nur noch für die Sichtbarmachung der nicht wahrnehmbaren Sehstrukturen.

Marta Hoepffner hat Mitte der 80er Jahre aus gesundheitlichen Gründen ihre mehr als 50 Jahre währende fotografische Arbeit beendet. An ihrem Leben und Arbeitsweg zeigen Medien und Öffentlichkeit weiterhin ein breites und konstantes Interesse. Am 2. Mai 1997 verlieh ihr das Hessische Kulturministerium im Frankfurter Römer für ihr Lebenswerk den Maria-Sybilla-Maria-Merian-Preis. Diese Auszeichnung wurde zum dritten Mal vergeben und richtet sich an Frauen, die einen besonderen Beitrag zur Kunst und Kultur in Hessen geleistet haben.


Fotos von Marta Hoepffner
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Foto

Gebirgsformation Nebelhorn, 1938


Foto

Gebirgsformation Nebelhorn, 1950. Solarisation


Foto

Drinnen und Draussen, 1945


Foto

Selbstbildnis im Spiegel, 1941


Foto

Licht und Schatten, 1957



 

Links zu Fotografie und Fotokunst

Projektgruppe Fotografie am Bodensee - FaB
Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V.
Marta Hoepffner (1912-2000) - (Wikipedia-Artikel)
Marta Hoepffner im Stadtmuseum Hofheim
Jeannine LeBrun - Ein Auge für die Dinge


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Quelle: Dorothea Cremer-Schacht
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Last Update: 8. Januar 2011
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